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Maria – Mutter und Jüngerin Jesu

Wandgemälde „Verkündigung des Herrn“ in der Wallfahrtskirche Kleinenberg; Maria ist vertieft in das Wort Gottes und empfängt die Botschaft.

Schöpfen aus der Fülle

„Heute habe ich ein Problem, denn ich möchte euch von jemanden erzählen, über den ich stundenlang sprechen könnte. Über sie wurden schon viele Bücher geschrieben. Auch Bilder gibt es eine Menge. Es wurden auch schon haufenweise Lieder über sie komponiert und sogar einige wunderschöne Filme gedreht. Heute werden wir über die Mutter Jesu sprechen, die auch unsere himmlische Mama ist: Maria!“ Mit diesen Worten beginnt der Regisseur Juan Manuel Cotelo („Schöpfer zahlreicher international erfolgreicher Kinofilme“) die Folge 13 des KathoQuiz – ein Erstkommunionkurs der während der Corona-Pandemie auf YouTube entstanden ist. (www.infinitomasuno.org/de/). So möchte auch ich es versuchen, aus dieser Fülle über die Gottesmutter Maria für uns am Beginn des Monats Mai ein wenig zu schöpfen.

Hören auf Gottes Wort und es befolgen

Auf die Aussage einer Frau „Selig der Schoß, der dich getragen, und die Brust, die dich gestillt hat!“(Lk 11,27) antwortet Jesus: „Ja, selig sind vielmehr, die das Wort Gottes hören und es befolgen.“ (Lk 11,27) Die Aussage dieser Frau bezieht sich auf die natürliche, irdische Beziehung einer Mutter zu ihrem Kind. Aber Jesu Antwort macht deutlich, dass seine Beziehung zu seiner Mutter Maria eine viel tiefere und – so dürfen wir sagen – übernatürliche, gnadenhafte Beziehung ist. Ist denn nicht Maria genau der Mensch, der in vollkommener Art und Weise auf Gottes Wort gehört hat und dieses Wort im Leben geglaubt und gelebt hat?

Maria die erste Jüngerin

Papst Franziskus beschreibt dies am 24. März 2021 mit folgenden Worten: „Ihre Hände, ihre Augen, ihre Haltung … verweisen stets auf das, was der Angelpunkt, die Mitte ist: Jesus. In Maria ist alles auf Jesus bezogen (vgl. KKK, 2674). Das geht soweit, dass wir sagen können, dass sie mehr Jüngerin als Mutter ist. … Sie verweist immer auf Christus; sie ist seine erste Jüngerin.“

Schon der heilige Augustinus († 430) – Bischof und Kirchenlehrer – hat diesen Gedanken festgehalten: „Die heilige Maria hat den Willen des Vaters vollkommen erfüllt, und darum ist es für sie von höherer Bedeutung,  die Jüngerin Christi gewesen zu sein als seine Mutter: darum ist sie glücklich zu preisen, Christi Jüngerin gewesen zu sein als seine Mutter.

Zeichen wahrer Jüngerschaft

Das griechische Wort für „Jünger“ bedeutet „Schüler“ oder „Lehrling“ – heute würde man natürlich „Auszubildender“ sagen. Wenn Jesus Menschen einlädt ihm zu folgen, seine Jünger zu werden, dann lädt er sie ein seine Schüler zu sein, bei ihm in die Schule des Lebens, des Glaubens zu gehen. „Ein Jünger Jesu zu sein, heißt also, Ihn und Seine Worte kennenzulernen, von Ihm zu lernen, in Seine Fußstapfen zu treten und das Gelernte im eigenen Leben umzusetzen.(Website Bistum Passau)

Auf den Anruf Gottes durch den Engel Gabriel ist Maria bereit (Verfügbarkeit) sich auf das Wort Gottes einzulassen: „Siehe, ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast“ (Lk 1,38). Als die Hirten den Stall von Bethlehem verlassen hatten berichtet der Evangelist Lukas über Maria: „Maria aber bewahrte alle diese Worte und erwog sie in ihrem Herzen.“ (Lk 2,19) Sie ist bereit zu lernen (Belehrbarkeit). Später folgt (Praxis) sie ihrem Sohn bis unter dem Kreuz, wo der Sohn in der Stunde der Verherrlichung, sein Leben zur Hingabe aus Liebe für unsere Erlösung macht. All dies ist Ausdruck, Zeichen wahrer Jüngerschaft. Maria war immer bereit auf Jesus, dem Wort Gottes, zu hören und ihm zu glauben.

Maria glaubt dem Wort Gottes

Elisabeth bestätigt dies, indem sie beim Besuch Marias sagt: „selig, die geglaubt hat, dass sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ.“ (Lk 1,45). Der heilige Papst Johannes Paul II. deutet diese Worte Elisabets: „Diese Worte kann man neben die Anrede «du Gnadenvolle» beim Gruß des Engels stellen. In beiden Texten offenbart sich … die Wahrheit über Maria, die im Geheimnis Christi gerade darum wirklich gegenwärtig geworden ist, weil sie «geglaubt hat». Die Fülle der Gnade, die der Engel verkündet, bedeutet das Geschenk Gottes selbst; der Glaube Marias, der von Elisabeth beim Besuch gepriesen wird, zeigt, wie die Jungfrau von Nazaret auf dieses Geschenk geantwortet hat.“(Enzyklika: „Redemptoris Mater“ 12)

Als Jüngerin ist Maria die Mutter Gottes und unsere Mutter

Maria hat ihre Jüngerschaft Jesu in ihrer Mutterschaft gelebt, in der Rolle der Heilsgeschichte, die sie von Gott her für das Fleisch gewordene Wort, Jesus Christus, übernommen hat. Als Mutter ist sie ihrem Sohn Jüngerin und als Jüngerin lebt sie ihre Mutterschaft.

Jesus hat die Mutterschaft Marias auf die ganze Kirche ausgedehnt, als er ihr vom Kreuz herab seinen Lieblingsjünger anvertraute. Seit diesem Moment werden wir alle unter ihren schützenden Mantel gestellt … Die Muttergottes, die als Mutter, der uns Jesus anvertraut hat, uns alle umhüllt … Und so haben wir begonnen, zu ihr zu beten, mit bestimmten, an sie gerichteten Formeln, die wir in den Evangelien finden: «voll der Gnade», «du bist gebenedeit unter den Frauen» (vgl. KKK, 2676ff).“ (Papst Franziskus; 24. März 2021)

Gebet zu Maria im Monat Mai

Der selige Papst Paul VI. blickt mit Wohlwollen auf den Monat Mai, in dem zahlreiche Gläubige in besonderer Weise in den Kirchen oder auch in den Familien das Gebet zur Gottesmutter Maria pflegen: „Beim Nahen des Maimonats, den die Frömmigkeit der Gläubigen der heiligen Maria geweiht, freut sich unsere Seele im Gedanken an das bewegende Schauspiel von Glaube und Liebe, das bald in der ganzen Welt zur Ehre der Himmelskönigin zu sehen sein wird. Es ist in der Tat der Monat, in dem in Kirchen und Familien vom Herzen der Christen eifriger und herzlicher das Lob des Gebetes und der Verehrung zu Maria emporsteigt. Und es ist auch der Monat, in dem von ihrem Thron in Überfülle die Gaben der göttlichen Barmherzigkeit herabströmen.

So ist Uns dieser fromme Brauch sehr willkommen und tröstlich, der die Jungfrau so viel Ehre und dem christlichen Volk so viele geistliche Früchte bringt. Maria ist immer der Weg, der zu Christus führt. Jede Begegnung mit ihr wird notwendig zu einer Begegnung mit Christus. Und was anderes bedeutet die immerwährende Zuflucht zu Maria, wenn nicht ein Suchen in ihr, durch sie und mit nach Christus, unserem Heiland in ihren Armen, zu dem die Menschen in den Irrungen und Gefahren auf Erden wie zum Hafen des Heils und zum alle Begriffe übersteigenden Quell des Lebens sich wenden müssen und dessen Notwendigkeit sie immerdar spüren?

Gerade weil der Monat Mai zu innigerem und vertrauensvollerem Gebet aufruft, und weil in ihm unsere Fürbitten leichteren Zugang zum barmherzigen Herzen der Jungfrau finden, war es eine teure Gewohnheit … diesen Marienmonat zu wählen … zu öffentlichen Gebet einzuladen“. (Sel. Papst Paul VI.; Enzyklika: „Mense maio“)

Das Gebet zu Maria ist nicht vergebens

Lassen auch wir uns zu Beginn des Monats Mai inspirieren durch die Worte von Papst Franziskus vom 24. März 2021: „Das Gebet zu ihr ist nicht vergebens. … Sie hört zu, als Mutter. Wie jede gute Mutter – ja sogar noch mehr – schützt uns Maria in den Gefahren. Sie kümmert sich um uns, auch wenn wir uns von unseren Sorgen vereinnahmen lassen, die Orientierung verlieren, und nicht nur unsere Gesundheit, sondern auch unser Heil aufs Spiel setzen. Maria ist da, sie betet für uns, sie betet für all jene, die nicht beten. Sie betet mit uns. Und warum? Weil sie unsere Mutter ist.“